Biosicherheit und Prävention in der Geflügelhaltung noch ausbaufähig

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Auf mögliche Verbesserungen bei der Prävention der Geflügelpest im Nutztierbereich hat der Vizepräsident des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), Prof. Franz J. Conraths, hingewiesen. Auf der digitalen EuroTier 2021 stellte Conraths heute fest, dass der saisonale Krankheitsdruck durch die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) seit ihrem erstmaligen Nachweis im Jahr 2007 tendenziell deutlich zugenommen habe.

Auf mögliche Verbesserungen bei der Prävention der Geflügelpest im Nutztierbereich hat der Vizepräsident des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), Prof. Franz J. Conraths, hingewiesen. Auf der digitalen EuroTier 2021 stellte Conraths heute fest, dass der saisonale Krankheitsdruck durch die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) seit ihrem erstmaligen Nachweis im Jahr 2007 tendenziell deutlich zugenommen habe. Dies gelte auch für das vergangene Jahr, als sich schon zur Jahresmitte in Südrussland und Kasachstan erste Anzeichen für eine neuerliche Epidemie abgezeichnet hätten, die über den Vogelzug schließlich nach Deutschland gelangt sei.

 

Nach Angaben des FLI-Vizepräsidenten sind bundesweit in den vergangenen Monaten neben zahlreichen HPAI-Fällen bei Wildvögeln schon insgesamt mehr als 60 Ausbrüche in Nutztierhaltungen verzeichnet worden. Mehr als die Hälfte davon habe Putenbestände betroffen, ein knappes Zehntel Legehennenbetriebe und weitere 17 % private Halter, bilanzierte Conraths. Er attestierte insbesondere den gewerblichen Betrieben im Vergleich zu früheren Seuchenzügen deutliche Verbesserungen bei der Biosicherheit. Nach Einschätzung des Virologen sorgen aber noch Fehler beim Strohmanagement und bei der Lüftung immer wieder für vermeidbare Einschleppungen der Krankheit.

 

Conraths rät deshalb vor allem Putenhaltern dazu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten gemeinsam mit den neu eingestallten Tieren auch die benötigten Mengen an Stroh im selben Stall unterzubringen. So könne man den nachträglichen Kontakt mit kontaminierter Einstreu unterbinden. Der FLI-Vizepräsident empfahl zudem Betrieben mit den lange üblichen Louisiana-Ställen und ihrer anfälligen Querlüftung, beim Neubau auf andere Stalltypen umzusteigen, deren Lüftungssysteme den Eintrag der Seuche wirksam verhinderten. Notwendig seien auch eine kontinuierliche Schulung des Personals sowie die Pflege eines ganzheitlichen Präventionskonzeptes, so Conraths. Diskutiert werden muss nach seiner Einschätzung außerdem die Reduzierung der Stalldichte in Regionen mit intensiver Puten- und Hähnchenmast. AgE

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