"Vielen ist das Lachen vergangen"

28.07.2025

Für die Kürzungs- und Renationalisierungspläne beim nächsten EU-Agrarhaushalt und der GAP ist der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments mitverantwortlich. Das erklärt der Agrarsprecher der Grünen/EFA, Thomas Waitz, im Interview mit AGRA Europe. Er erwartet neue Bauernproteste nach der Erntezeit. Große Stücke hält Waitz nach wie auf EU-Agrarkommissar Hansen.

Die Verantwortung für die Kürzungs- und Renationalisierungspläne beim nächsten EU-Agrarhaushalt sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist auch im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments zu suchen. Das erklärt der EU-Agrarpolitiker Thomas Waitz im Interview mit AGRA Europe. "Vieles ist definitiv selbst verschuldet", so der Agrarsprecher der Grünen/EFA.

Er habe seine Kollegen mehrfach aufgefordert, das Bündnis mit dem Umweltausschuss zu suchen, erläutert Waitz. "Ich wurde dann in die ideologische Ecke gestellt und ausgelacht. Jetzt ist vielen das Lachen vergangen." Das Resultat ist nach Darstellung von Waitz nun eine weitere Machtverschiebung vom Parlament hin zur Europäischen Kommission. "Problematisch" sei zudem, dass die Regionen gegenüber den nationalen Regierungen an Einfluss verlören.

Massive Bauernproteste zu erwarten

Von AGRA Europe nach möglichen Reaktionen aus der Landwirtschaft gefragt, sagt Waitz: "Ich rechne fest damit, dass es nach der Ernte zu massiven Protesten kommen wird. Rund 20% weniger Geld in Verbindung mit teils extremen Klimaereignissen wird massive Unruhen zur Folge haben."

Die Rolle des Agrarkommissars sieht Waitz spätestens mit den aktuellen Reformvorschlägen geschwächt. An der Person des Brüsseler Agrarchefs äußert Waitz allerdings kaum Kritik. "Ich halte ihn für eine gute Besetzung." Der grüne Abgeordnete begründet dies unter anderem damit, dass Hansen eine Brücke zwischen Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft bauen könne. Deswegen habe er auch weiterhin seine Unterstützung. AgE

zurück